Hi zusammen,
ich wollte nur kurz zeigen, dass ich wieder auf diese Seite zurückgefunden habe. Nachdem sich meine Threads nicht mehr öffnen lassen, starte ich vielleicht hier einfach einen neuen. Tut mir leid, wegen des Durcheinanders. Ich weiß nicht, ob das andere auch kennen, aber manchmal habe ich so den Drang wegzulaufen. (Früher bin ich viel weggelaufen) Hier hatte ich das bisher immer noch so halbwegs im Griff, aber letzte Woche hatte ich einen ziemlichen Aussetzer und bin einfach überall und von jedem weggelaufen. Vor allem vor den Menschen, die mir eigentlich nur helfen wollen, aber manchmal macht mir auch das Gute Angst und manchmal so sehr, dass ich mich davon bedroht fühle und weglaufe. Heute ist mein Leben ein ziemlich anderes als es früher war, aber manchmal kann ich nicht mehr fühlen, dass sich schon einiges verändert hat. Einiges ist besser bzw. anders geworden. Bei weitem nicht genug, aber es ist ein Anfang. Und obwohl sich im Laufe der letzten Jahre schon viel verändert hat, fühlt sich manchmal noch alles so an, als wäre noch alles wie früher. Aber mit solchen Aussetzern muss ich wohl einfach lernen zu leben...
Liebe Grüße
Feline
PS: Danke Girl, deine Worte habe ich noch gelesen. :)
Liebe Feline,
deine Frage ist sehr gut und ich denke, auch andere Menschen sehen sich mit ihr konfrontiert, offen oder unbewusst:
"Glaubst du, man kann das Hilfreiche irgendwie oder irgendwann von dem Traurigen trennen? Hast du Ideen, wie das gehen könnte?"
Liebe Feline, ja, ich glaube das dass funktionieren kann!
Ich bin ganz hin und weg, du hast eine Playmo-Figur und eine Menge Gutes aus eurer Zeit, euren gemeinsamen Prozess in deinem Schatzkästchen. Prima, echt wahr! Ich weiß, das ist nichts Bahnbrechendes oder wirklich Neues, dennoch möchte ich es erwähnen. Wenn uns etwas lieb war, uns etwas bedeutet hat, eine wichtige Rolle für uns gespielt hat, auch als hilfreich oder sogar als existentiell erlebt wurde, wegfällt oder nicht mehr wie gewohnt zugänglich oder greifbar ist, kommt Trauer auf. Es ist schlichtweg ein großer Verlust. Trauerarbeit bewältigt nachhaltig Verluste.
Wenn du mich fragst, wirken bei dir bezüglich deiner früheren Therapeutin das Schöne / Hilfreiche und genau diese Trauer aufgrund des Verlustes aufeinander ein. Oder parallel...🤔. Das ist so. Wäre dieser traurige Anteil jetzt nicht da, hätte es vermutlich auch nie einen derart hilf- und segensreichen Anteil an der Therapeutin bzw. eurem gemeinsamen Wirken gegeben. Verständlich😇?
Zusammengefasst: Aus meiner Sicht kannst du zuversichtlich sein, das sich mehr und mehr der Hilfreich-Anteil durchsetzt, der Traurig-Anteil schwächer wird bzw. einen guten Platz in deiner Erinnerung bekommen wird und du nicht mehr über ihn stolperst. Bleiben wird er vermutlich, es würde sich wahrscheinlich auch lohnen, sich mal zu überlegen, für was das auch gut sein könnte. Es wird sich eine gutes Gleichgewicht zwischen diesen Anteilen einstellen.
Viele Grüße in den Abend schickt dir
bke-Lorenz
PS: Vielleicht wäre es ja wirklich was für dich mit dem Büchlein, du könntest ihm auch einen besonderen Namen geben, es für dich passen gestalten...
Lieber Lorenz,
danke für deine Antwort. Ich verstehe das, wie du das meinst. Und als ich deine Antwort gelesen habe, ist mir aufgefallen, dass ich viele so kleine Dinge eigentlich habe. Also ich habe auf dem Nachttisch eine kleine Figur. Jetzt nicht in Form meiner Therapeutin in mini oder so, aber eine mini kleine Playmobilfigur, die sie mir geschenkt hat, relativ am Anfang damals von der Therapie. Erst hatte ich totale Schwierigkeiten die aufzustellen, weil ich immer wieder Angst hatte, dass die Figur nicht mehr „gilt“. Also sie sollte mich daran erinnern, dass zwischen ihr und mir alles in Ordnung ist und sich nichts verändert, wenn mal länger Pause war mit Urlaub oder Krankheit oder so. Und normalerweise bin ich dann auch oft so abgerutscht und dachte, dass jetzt alles kaputt ist und das Vertrauen weg ist und ihr im Urlaub klar geworden ist, dass sie mich hasst und solche Gedanken eben. Aber jetzt steht diese Figur schon wirklich sehr lange auf meinem Nachttisch und obwohl sie schon ein halbes Jahr weg ist, schaue ich diese Figur noch immer oft an oder nehme sie mit an Orte, an denen ich mich unsicher fühle. Sie hat mir auch ein kleines Abschiedsgeschenk gemacht, als sie weggegangen ist. Das hat für mich eine große Bedeutung, also das ist mir echt heilig. Aber manchmal werde ich dann so traurig, wie jetzt, wenn ich davon schreibe. Diese Dinge bedeuten mir wirklich viel und begleiten mich und geben mir Mut, aber sie erinnern mich auch daran, dass sie nicht mehr da ist und ich glaube, ich bin auch so traurig, weil der Zeitpunkt für mich noch nicht passend war. Ich war noch nicht soweit, sie gehen zu lassen. Aber man hat leider nicht überall die Kontrolle für solche Dinge. Ich muss es einfach akzeptieren wie es ist. Aber beim Lesen deiner Antwort habe ich mich gefragt, wie ich es schaffen könnte, dass die Dinge mir helfen, ohne mich traurig zu machen. Hast du eine Idee? Ich habe auch noch andere Strategien und Methoden von ihr gelernt, die ich immer wieder mal mache oder in meiner kleinen Notfalltasche drin habe. Und vor allem habe ich auch viel von ihr gelernt, was man nicht sehen kann. Außerdem war bei ihr der erste und einzige Ort jemals an dem ich so war, wie ich bin. Ich glaube, ich vermisse nicht nur sie als Mensch und Therapeutin, sondern auch diesen Ort. Aber die Praxis existiert nicht mehr, deswegen kann ich auch den Ort nicht mehr besuchen.
Ich finde die Idee gut mit so einem Büchlein oder Schatzkästchen oder sowas, aber wie schaffe ich es die Traurigkeit und das Vermissen da rauszulassen? Sie fehlt mir wirklich sehr. Und das soll jetzt nicht so psycho abhängig klingen oder so. Ich komm klar, auch wenn sie nicht mehr da ist, aber sie hat mir so viel geholfen und ich habe wirklich Fortschritte gemacht bei ihr. Mit ihr hatte ich ein kleines bisschen Hoffnung, dass ich es vielleicht doch schaffen kann. Und jetzt ist sie seit einem halben Jahr weg. Ich habe viele schöne und berührende Erinnerungen an sie. Du hast recht, es wäre auch hilfreich und schön, wenn ich die mehr nutzen könnte und auch das, was sie mir beigebracht hat. Aber wenn ich schon so labil bin und dann noch an sie denke, tut mein Herz noch mehr weh und ich muss immer noch weinen, wenn ich daran denke. Jetzt beim Schreiben musste ich auch total weinen. Vielleicht habe ich das auch bisher nie so wirklich zugelassen, was für ein Verlust das ist. Es war so viel los im letzten halben Jahr, dass ich die Gefühle dazu total weggedrückt habe.
Glaubst du, man kann das Hilfreiche irgendwie oder irgendwann von dem Traurigen trennen? Hast du Ideen, wie das gehen könnte?
Danke Lorenz, dass du dir so Mühe mit mir gibst.
Feline
Liebe Feline,
ich möchte noch ein paar Worte zu deiner Antwort vom 19. Dezember schreiben. Wie die liebe Kollegin bke-Kira bin auch beeindruckt, wie gut du in dich hineinfühlen und dich selber wahrnehmen kannst. Dass du bei all dem Frust und all der Resignation auch von deinen guten Erfahrungen, also z. B. hier im Forum bzw. bei der BKE, deinem Arzt und insbesondere auch von deiner ehemaligen Therapeutin, schreibst, fasziniert mich. Das lasse ich einfach mal so stehen.
Wie du das Vertrauensverhältnis zu deiner vorigen Therapeutin beschreibst, kann einen wirklich berühren. Du konntest bei ihr so sein, wie du eben warst oder bist, hattest nie das Gefühl, dich verstellen zu müssen. Hört sich nach sehr viel Sicherheit an. In Krisenmomenten fehlt sie dir besonders, das ist gut zu verstehen. Du schreibst, es gebe keine Möglichkeit, sie zurückzuholen. Ich bin sicher, ihr habt da alles ausgelotet. Was meinst du, könntest du nicht Teile von eurer Verbindung, Teile der Sicherheit, die zwischen euch da waren, irgendwie aktivieren und für dich nutzen? Ich meine damit Sichtweisen, Haltungen, Notfall-Werkzeuge... Alles, was du in dem guten Prozess mit ihr für dich lernen und mitnehmen konntest. Was war gut, was hat besonders gut geholfen und könnte mir auch heute noch bzw. wieder helfen? Vielleicht -nur eine Idee- könntest du dir ein Büchlein anlegen und beginnen, diese guten Dinge zu sammeln und aufzuschreiben. Wie wäre das?
Eine weitere Möglichkeit könnte sein, dir eine schöne "Figur" auszusuchen und ihr die hilfreichen Eigenschaften deiner Therapeutin quasi "einzupflanzen". Wie, könnte das vonstatten gehen? Habe so ein Bild im Kopf, die Figur, die jetzt deine kleine "Mini-Ausführung" der Therapeutin ist, steht auf deinem Nachttisch oder einem anderen guten Platz in deiner Nähe und kann ihre Wirkung entfalten. Du könntest deine "Mini-Therapeutin" auch jederzeit mitnehmen... Kannst du nachvollziehen, was ich meine?
Noch zu deiner Frage an bke-Kira, vielleicht kann ich ja behilflich sein. Vielleicht meint sie ja, eine andere Person lädt dich dazu ein, bei dir zu bleiben und deine Gefühle wahrzunehmen? Könnte das sein? Und das wäre etwas Wertvolles, das du schätzen (feiern) solltest. Bestimmt schreibt dir bke-Kira ja noch etwas dazu.
Viele Grüße und einen möglichst guten Abend,
bke-Lorenz
Hi Kira,
danke für deine Antwort. Ich verstehe irgendwie nicht so, was du mit der Einladung meinst? Von außen also von anderen Menschen eine Einladung? Also niemand lädt mich ein oder so. Da gibt es eigentlich keinen. Deswegen weiß ich nicht ganz, was du da meinst.
Und irgendwie fühlt es sich auch nicht nach feiern an. Also grundsätzlich habe ich wohl eine Allergie auf Feiern, aber es gibt so viele Dinge, die ich nicht auf die Reihe bekomme, also nahezu alles. Ich weiß nicht, was ich da feiern soll. Sorry, ich verstehe manchmal so indirekte Dinge nicht so gut. Aber ist auch nicht so schlimm. Ich erspare euch besser wieder mein gejammere.
Liebe Grüße
Feline
Liebe Feline,
danke, dass du es mit uns teilst.
Auch gut, dass du auf dich aufpasst und nicht alles im Forum von dir zeigen magst.
Fühle dich nicht zu viel hier und bleibe im Kontakt mit dem Anteil in dir, das leben möchte und Hoffnung hat. Es ist eine ganze Menge.
Pass gut darauf und ..es ist ein Grund zu feiern, wenn du es spürst oder eine Einladung dazu von jemanden hast: zum Beispiel eine Einladung, etwas Schönes, eine Begegnung.....
Schön, dass du hier schreibst und dankbar sein kannst dafür, was du annimmst. Wenn du etwas annehmen kannst, kannst du auf jeden Fall auch geben: dieser Welt von dir. Schön, dass du da bist!
Einen schönen Abend bei uns im Forum und liebe Grüße von
bke-Kira
Hi Lorenz und Claudia,
danke für eure Antworten. Also ich schaffe das eher nicht mich dafür einzusetzen in eine Klinik zu kommen, wo man mich nicht haben will. Also auch, wenn es eine Umkreisbeschränkung ist, aber vielleicht behandeln die mich dann schlecht, weil ich so aufdringlich bin. Leider habe ich diese Antwort mit der Umkreisbeschränkung jetzt schon von 4 Kliniken bekommen… Für den Rest des Jahres habe ich keine Energie mehr, mich darum zu kümmern. Ich stehe bei einer Klinik auf der Warteliste, allerdings klappt das erst Mitte/Ende nächstes Jahr mit einer Aufnahme, aber dann ist es eben so. Ich rufe da schon immer wieder mal an und frage nach dem aktuellen Stand, aber das bewirkt nichts. Also ich lasse das erstmal so. Keine Kraft für mehr. Also so richtige Fürsprecher habe ich nicht. Wobei mein Arzt also der Neurologe/Psychiater echt ein sehr netter Arzt ist und mir auch helfen will, aber er ist noch neu und er hat nicht so viele Kontakte, um seine Patienten irgendwo unterbringen zu können. Er sagt selbst, dass es hier in der Umgebung eine Katastrophe ist. Er schreibt mir alles, was ich brauche und überweist mich überall hin und eigentlich ist das schon genug. Also, dass ein Arzt überhaupt nett ist, ist eigentlich schon mehr als ich erwartet habe. Das Problem mit der Klinik ist, dass ich in einem Gebiet lebe, indem es wirklich keine in der Nähe gibt. Aber es ist halt einfach so. Damit muss ich mich abfinden.
Also ja, ich habe schon einige schlechte Erfahrungen mit Profis gemacht, aber eigentlich auch Gute. Meine vorherige Therapeutin war wirklich toll und ich habe viel von ihr gelernt und ich vermisse sie total. Bei ihr konnte ich so sein, wie ich bin und für sie war das einfach in Ordnung. Egal, wie schwierig ich manchmal (auch zu ihr) war. Manchmal halte ich das Vermissen auch gar nicht aus, aber sie ist weg und das muss ich akzeptieren. Es gibt auch keine Möglichkeit das zu ändern, das haben wir schon alles überprüft. Aber vor allem in solchen Krisenmomenten fehlt sie mir so, da ist es manchmal schwer daran zu denken, weil ich dann traurig werde.
Außerdem habe ich hier bei der bke auch viele gute Erfahrungen machen können. Vor allem mit den Fachkräften, die mich besser kennen und mit denen ich regelmäßig im Kontakt bin. Zurzeit komme ich hier besser klar als mit den meisten Menschen, die so im äußeren Hilfenetz sind. Hier werde ich oft besser verstanden und auch mehr akzeptiert. Leider sind hier jetzt auch alle im Urlaub, so wie im äußeren Hilfenetz auch. Es ist schon auch alles in Ordnung so. Alle haben auch ihren Urlaub verdient und nötig und eine Pause von mir ist nie verkehrt. Ich möchte aber im Forum lieber nicht genauer schreiben, warum das vor allem in dieser Weihnachtszeit so schlimm ist, dass ich allein bin.
Es gibt schon auch einen Teil in mir, der leben möchte. Aber es gibt keinen Teil in mir, der so leben möchte, wie es im Moment ist. Ich versuche ja auch wirklich Dinge zu ändern und das kostet mich extrem viel Kraft und Mut und ich überwinde mich trotzdem manchmal, aber ich komme trotzdem nicht weiter. Im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, dass ich immer weiter abrutsche. Seit Mai kann ich nicht einmal mehr zur Schule gehen. Dabei wollte ich unbedingt Abitur machen, aber ich bin zurzeit nicht „schulfähig“, laut Ärzten. Ich fühle mich wie eine Versagerin. Aus mir wird nie was werden…
Heute habe ich auch wieder total Panik und Schmerzen und weiß einfach nicht, wie ich das noch alles aushalten soll. :(
Naja, genug gejammert. Danke jedenfalls für eure Worte und danke Lorenz, dass du dir so viele Gedanken gemacht hast.
Liebe Grüße
Feline
Guten Morgen Feline,
ich habe gerade ein wenig recherchiert. Diese Umkreisbeschränkung scheint nirgendwo festgeschrieben.
Du könntest, wenn sie ablehnen in den Widerspruch gehen. Würde dir da jemand helfen können?
Viel Glück und alles Gute
bke-Claudia
Liebe Feline,
das Lesen deiner Zeilen bewegt mich sehr. In meinem Hirn rattert es auf der Suche nach Lösungsideen oder irgendwelchen Türchen, die einen neuen Weg, einen neuen Ausblick oder eine neue Perspektive öffnen, sichtbar machen könnten. Es ist nicht zu übersehen, wie sehr du daran arbeitest, und das bereits seit einer langen Zeit. Geduldig trotz vieler Rückschläge und schlechten Erfahrungen.
Deine Bemühungen, baldmöglichst einen Platz in einer Klinik zu bekommen, sind wirklich beeindruckend. Eine anstrengende Suche nach einer Klinik, die eine Angebotspalette haben sollte, die dir eine Perspektive auf eine Verbesserung deiner Lebensqualität verspricht. Jetzt hast du eine gefunden, die diese Kriterien erfüllen könnte und dann kommt auch noch so etwas wie "Umkreisbeschränkung" ins Spiel. Als gäbe es nicht schon genug Hürden.
Bestimmt hast du dir diese Frage schon mehrfach gestellt... Du hast viele schlechte Erfahrungen mit Profis gemacht, mit denen du mit deinem Leid zu tun hattest. Leider wirst du aktuell auch mit deiner neuen Therapeutin nicht warm. Sag mal, wie wäre es,, wenn du dich mal in deinen Erinnerungen auf die Suche machen würdest nach Menschen, idealerweise vom Fach, die dir in dieser langen schwierigen Zeit begegnet sind, dir dir gut getan haben. Von denen du den Eindruck hast, sie gäben sich Mühe, dein Erleben nachzuvollziehen, die versucht haben, auf dich einzugehen. Mach das bitte nur, wenn dich das im Moment nicht zu sehr anzustrengen oder zu belasten droht. Dann lieber nicht oder vielleicht ein anderes Mal, okay?
Wen gab es denn da, der dich vielleicht jetzt bei der Suche nach eine Klinik unterstützen könnte. Der oder die die Rolle einer Fürsprecher*in für dich übernehmen könnte? Zum Beispiel bei diesem Thema "Umkreisbeschränkung". Jemand, der Beziehungen spielen lassen könnte, ein gutes Wort für sich einlegen könnte. Lass dir das mal durch den Kopf gehen. Wenn's gerade nicht passt, lege den Gedanken einfach beiseite. Soll kein zusätzlicher Stress werden.
Deine Verzweiflung ist so deutlich wahrzunehmen, du denkst auch ans Aufgeben, hältst dich fürs Leben ungeeignet. Bei dem, was du durchmachst und erlebt hast, mehr als verständlich. Gleichzeitig schreibst du hier und teilst deine Gedanken und Sorgen mit uns. Auch den Hoffnungsschimmer wie mit der neuen Klinik. Das ist bewundernswert und lässt mich auch glauben, dass neben all der Resignation auch dein Teil in dir aktiv ist, der sich weiter nach einem unbeschwerten Leben sehnt und auch dafür weiter kämpfen will. Ein sehr starker Teil von dir.
Ich wünsche dir eine möglichst erholsame Nacht, die dir wieder neue Energie für den morgigen Tag spendet + viele Grüße,
bke-Lorenz
Hi Kira,
danke für deine Antwort! Zurzeit bin ich sehr hoffnungslos, wenn ich an meine körperliche Gesundheit denke… Und dazukommt, dass der Dezember psychisch ziemlich unerträglich ist. Ich bin so überflutet und ich habe wieder mehr Schmerzen und dadurch auch mehr Angst und Panik. Vor allem abends. Gerade ist es fast nicht mehr auszuhalten.
Und die Aussicht darauf, dass die nächsten Wochen niemand so wirklich da ist, ist auch schwierig. Ich habe auch Angst, dass es das Ende ist. Ich glaube, es ist besser, wenn ich nicht genauer darauf eingehe und erkläre, wie ich das meine, aber es ist schwer durchzuhalten und hier zu bleiben.
Ich nehme seit 3 Monaten ungefähr ein Medikament, aber ich möchte es wieder absetzen und ich bin auch schon dabei das wieder zu reduzieren, weil es mir nicht wirklich hilft und ich halte es nicht so gut aus ein Medikament regelmäßig zu nehmen. Ich habe auch Medikamente für den Notfall und die nehme ich zurzeit wirklich häufig. Das Problem ist nur, dass die abhängig machen, aber anders schaffe ich es einfach nicht mehr zu überleben. Ich habe auch eine neue Therapeutin seit Juli/August, aber ich komm nicht so gut klar mit ihr und ich weiß nicht, ob ich das dann im neuen Jahr noch weitermachen möchte. Sie versteht mich nicht, obwohl ich ihr ganz oft erkläre, was in mir vorgeht. Ich bin auch schon zweimal einfach weggelaufen aus der Therapiestunde oder habe ihr das ganz direkt gesagt, dass ich mich nicht wohlfühle bei ihr und dass sie mich nicht versteht und dass ich ihr nicht vertraue. Mir ist es egal, ob ich damit etwas kaputtmache, weil wenn sie mich rauswirft, dann ist das eben so. Aber so ein bisschen Hoffnung hatte ich, dass sich was verändert, wenn ich ihr das alles so an den Kopf werfe. Ich hab ihr auch gesagt, dass ich oft nicht verstehe, warum sie manche Dinge sagt oder dass ich ihr manchmal nicht so folgen kann und dass sie mich oft überfordert und zu schnell ist für mich bei den Themen. Manchmal bin ich sehr unkontrolliert und dann auch irgendwie unhöflich, was mir sehr leid tut im Nachhinein. Ich habe auch gesagt, dass es mir so vorkommt als wär sie perfekt und macht nie Fehler und dass es meine Schuld ist, wenn die Therapie nicht klappt und dass ich damit nicht umgehen kann, weil solche Menschen, die von sich denken, sie wären perfekt und hätten die ultimative Lösung für alles, mit denen komme ich nicht klar. Jetzt ist sie sowieso im Urlaub und normalerweise würde mir das echt Stress machen, aber bei ihr bin ich irgendwie froh. Das Problem ist nur, dass es niemand anderen gibt. Also entweder sie oder keinen.
Heute habe ich noch eine andere Klinik angeschrieben, aber ich warte eigentlich nur darauf, dass die mir auch sagen, dass ich zu weit weg wohne. Viele haben eine Umkreisbeschränkung oder keine Traumastation oder oder oder. Es fühlt sich einfach alles so sinnlos an.
Ich geb mir auch wirklich aufrichtig Mühe so mit dem Leben und der Gesundheit und so, aber es verändert sich dadurch gar nichts. Es wird nicht besser, egal was ich tue. Im Gegenteil. Oft wird es sogar eher noch schlechter. Ich bin wohl einfach nicht geeignet zum Leben. Sorry, für die Worte.
Liebe Grüße
Feline
Liebe Feline,
schön, dass du dich wieder hier meldest und schreibst!
Es scheint heftige Zeit für dich gewesen zu sein. Das tut mir echt leid! Das kann ich gut nachfühlen und glaube, dass es nicht ohne Angst geht: nicht zu wissen, wie es mit den Beinen weiter geht und ob es noch weitere OPs anstehen und wie lange es dauert, bis du wieder gehen und dich frei und ohne Bedenken bewegen kannst. Du brauchst noch Zeit und Sicherheit, um gesund zu sein! Du bist noch jung und ich hoffe, dein Körper kann schnell heilen und hoffe für dich, dass du trotz Angst von Profis umgeben bist, die dir das raten, was dir wieder Bewegung und baldige Genesung bringt. Keine leichte Zeit gerade! Ohne zu wissen, was mit einem wirklich ist und sein wird, verlierst du den Halt auch innerlich. Kein Wunder, dass du immer wieder voller Angst bist und nach Hilfe rufst.
Beim Lesen habe ich mich auch gefragt, ob du Medikamente nimmst? Auch dachte ich daran, dass es in deinem Fall vielleicht doch etwas schneller dauert, bis du in eine Klinik gehen kannst? Ich finde, dass du es nicht mit so viel Angst durchstehen musst und psychologisch-therapeutische Begleitung brauchst, aber auch eine Therapie, die dich von der Angst wieder mehr zum Vertrauen und Hoffnung bringen kann. Klingt vielleicht im Moment noch nicht realistisch, dass es ohne Angst geht, aber ich hoffe, dass sich was zum Guten wendet und du nicht mehr in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft blicken kannst. Bald geht auch diese Phase vorbei.
Eine ruhige Nacht wünscht dir
bke-Kira
Hi zusammen,
jetzt ist es schon ziemlich lange her, dass ich hier geschrieben habe. Danke Betty für Belles Locke und die lieben Grüße. Mit Belle mag ich immer spielen. :)
Meine Operation ist jetzt 6 Monate her und es geht mir immer noch nicht gut. Körperlich habe ich immer noch oft und viele Schmerzen. Durch die Operation habe ich an beiden Beinen Nervenschäden, die immer noch da sind und mir das Gehen schwer machen. Letzte Woche habe ich bei der Nachkontrolle vom Arzt gehört, dass er eine zweite Operation empfiehlt. Die wird allerdings noch schlimmer, weil mir dann drei Knochen durchtrennt und richtig zusammengeschraubt werden müssen. Das ist etwas, was ich wirklich nicht schaffe. Mir geht es seit der OP psychisch katastrophal. Ich habe das noch überhaupt nicht eingeordnet und verkraftet. Weder die OP, noch die Situationen im Krankenhaus. Ich habe dem Arzt auch gesagt, dass ich das in nächster Zeit definitiv nicht schaffen werde und er gibt mir jetzt nochmal 6 Monate Zeit und dann reden wir nochmal.
Seit der Operation habe ich extrem schlimme Panikattacken und die ersten 4–5 Monate täglich richtig heftige Todesangst. Ich musste mehrmals den Rettungsdienst rufen oder auch in die Notaufnahme, wegen den Schmerzen, aber auch, weil ich die Symptome nicht einordnen konnte und dachte, dass ich sterbe, dabei ist alles in Ordnung. Also zumindest organisch. Diese Erfahrungen in der Notaufnahme, mit den Ärzten, die OP an sich, die richtig übel gelaufen ist, all das geht mir noch immer so nach. Ich habe sehr oft die Erfahrung gemacht, dass mir niemand geholfen hat, obwohl ich das Gefühl hatte zu sterben und viele standen um mich herum, aber haben gar nichts getan und seitdem komme ich nicht mehr klar und auch nicht mehr aus der Panik raus. Ich kann es nicht wirklich gut beschreiben. Ich habe dann wirklich körperliche Symptome, wie taube Arme, Druck in der Brust, Herzrasen oder auch extreme Schmerzen in den Beinen, was durch die Nervenschäden kommt, aber für mich fühlt sich das lebensbedrohlich an. Ich war schon bei so vielen Ärzten und die wenigen, die mich ernst genommen haben, konnten mir nicht helfen, außer mir immer und immer wieder Psychopharmaka zu verschreiben und ich möchte sowas aber eigentlich nicht nehmen. Ich habe mich darauf schon eingelassen, aber es hilft auch nicht so richtig. Ich kenne Panikattacken von vor der OP auch schon, aber nicht so, dass die kommen, wenn der Körper Symptome macht, sondern wenn der Kopf Erinnerungen hat oder so. Seit 1–2 Wochen ist es jetzt wieder so schlimm wie die Zeit nach der Operation. Ich kann das langsam nicht mehr aushalten. Seit Monaten bin ich fast durchgehend in Todesangst. Ich weiß, dass das richtig verrückt klingt, aber ich kann mir nicht mehr helfen und die Ärzte scheinbar auch nicht. Ich stehe auch auf einer Warteliste für eine Klinik. Schon seit einem Vierteljahr stehe ich da drauf, aber es kann wohl noch ein Jahr dauern bis ich einen Platz bekomme und ich halte es gar nicht mehr aus, darauf zu warten. In die Psychiatrie möchte ich nicht wieder, weil aufbewahren kann ich mich selbst. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich weiß nicht, wie ich diese Panik und Todesangst wieder in den Griff bekommen kann. Ich gehe jeden Abend mit dem Gedanken schlafen, dass ich morgen nicht mehr aufwache. Ich glaube, dass das alles eine Folge der Operation ist und ich kann mir auch denken, welche Situationen das ausgelöst haben, aber mir hilft es nicht, das zu wissen, weil ich es trotzdem nicht steuern kann, obwohl ich weiß, wo es herkommt. Ich kann mir auch immer wieder sagen, dass alles in Ordnung ist in diesen Panikanfällen, aber das kommt bei mir nicht an, weil es sich überhaupt nicht so anfühlt. Mein Leben vor der OP war auch nicht toll, aber ich wünsche es mir zurück. Ich weiß nicht, vielleicht kennt jemand dieses Todesangstgefühl, obwohl gerade gar nichts passiert. Vielleicht hat jemand Ideen, was außer Medikamenten helfen kann.
Ziemlich verzweifelte Grüße
Feline
Liebe Feline,
lange ist hier nichts mehr gelaufen. Nachdem ich dein Xpress gelesen habe, war es mir ein Anliegen, liebe Grüße hier zu lassen und eine Locke aus Belles Fell! VIelleicht magst du ja eine Runde mit Belle spielen?
Oder magst du uns erzählen, was dich gerade beschäftigt?
Liebe Grüße
betty
Liebe Feline,
es liest sich nicht wie Jammern, werte es nicht so ab als etwas, was in deiner Situation nicht sein darf. Habe auch selbst etwas Verständnis mit dir. Auch gesund so ein Wochenende zu verbringen und auf sich gestellt zu sein ist keine einfache Sache! Du bist gerade operiert, noch in einem Ausnahmezustand und machst einiges durch. Du darfst jammern, klagen und weinen.
Hoffe, du hast eine schöne Serie zum Ablenken oder jemanden, mit du telefonisch sprechen magst und kannst.
Hoffentlich etwas Schlaf heute Nacht und weniger Schmerzen bald!
Grüsse von bke-Kira
Hallo Feline,
danke, dass du in dieser nicht einfachen für dich, furchtbar schmerzvollen Zeit für dich, trotzdem schreibst und es teilst. Gut, dass du wieder raus bist aus dem Krankenhaus. Und wirklich traurig und schade, dass du gerade alleine damit bist. Das tut mir leid.
Am meisten berührt mich, dass du dich niemandem sonst anvertrauen kannst und damit dich alleine fühlst.
Ich habe mich gefragt, warum niemand da ist und wer dich aus dem Krankenhaus abgeholt hat oder da ist, wenn du für dich nicht sorgen kannst. Es hört sich so an, als ob du auf fremde Hilfe angewiesen bist gerade. Wer ist für dich da und wie soll es gehen?
Wie ist es mit dem Aufstehen, Essen, ..etc.
Fühle dich getröstet und gehört, gelesen.
Herzliche Grüsse
bke-Kira
Liebe Feline,
Ich verstehe was du schreibst sehr gut - und das meine ich nicht als Floskel. Diese Gedanken, wenn es ganz dunkel ist, kann von Außen kein noch so lieb gemeinter Rat so richtig durchdringen. Rational zu wissen, dass es wichtig ist, auch das Positive zu sehen, hilft dann nicht. Wenn es dunkel ist, alles zu voll mit negativen Emotionen, ist da kein Zugang zur Rationalität. Wenn es wieder ruhiger wird, kommt sie zurück, sie geht ja nicht verloren, aber sie wird verdeckt und manchmal kenne ich das Gefühl, dass dann gut gemeinter Rat irgendwie schmerzt, man sich nicht ernst genommen fühlt, es sich manchmal anfühlt, als wäre es nicht okay, irgendwie auch die eigene Schuld, dass es gerade so dunkel ist. Es gibt einem das Gefühl, irgendetwas falsch zu machen. Das Gefühl, dass es an einem selbst liegt, dass es sich gerade nicht anders anfühlt. Und natürlich liegt es immer auch ein stückweit an einem selbst, wie man mit einer Situation umgeht. Aber manchmal liegt es außerhalb unseres Einflusses, da wird man einfach überschwemmt. Es heißt immer, dass es normal ist, mal einen schlechten Tag zu haben. Dass diese jeder hat. Wenn wir tatsächlich immer Einfluss auf Alles haben, warum haben wir dann "einfach so" schlechte Tage? Und warum ist das dann normal? Wenn wir immer entscheiden können, wie wir uns fühlen, dann gäbe es doch keine schlechten Tage mehr, wer hat die schon gern und freiwillig, oder? Darauf folgt in meinem Verständnis, dass wir eben nicht immer Einfluss haben... Und dann kommt mir persönlich der Rat, sich auf das positive zu konzentrieren, vor, wie ein Schlag ins Gesicht. Aber das ist nur mein Empfinden.
Ja, ich war nach der OP, zwischen OP und Reha ( das waren aber nur ein paar Tage) und danach noch auf Hilfe angewiesen. Und wie du habe ich niemanden, der diese Hilfe "einfach so" bereitstellen konnte. Im Krankenhaus und der Reha-Klinik waren diese Menschen da, die das halt beruflich machen. Der Gedanke hat ein ganz klein wenig geholfen. Also den Gedanken, jetzt eine Last zu sein, hat es etwas beruhigt. Denn diese Menschen machen diesen Beruf freiwillig, sie möchten ihn ausüben, das gehört für sie täglich dazu. Verstehst du, was ich meine? Angenehm war es deswegen trotzdem nicht, aber es hat es etwas einfacher gemacht. Mein Umgang mit dem eigentlich auf Hilfe angewiesen sein außerhalb der Kliniken war nicht so der Beste und ich würde ihn nicht weiter empfehlen... Ich hab es alleine versucht, keine Hilfe angenommen, ich hätte einen Pflegedienst in Anspruch nehmen können, Alltagshilfe, alles mögliche an Hausbesuchen. Ich habe es nicht getan und mich allein weiter gequält, was nicht ging gelassen, was irgendwie ging halbwegs versucht hinzubekommen. Nach Klinik und Reha konnte ich niemanden mehr an mich ran lassen. Ist das empfehlenswert? Nein, definitiv nicht. Also ich bin da keine gute Ratgeberin.
Die ganze Zeit irgendwie überstanden habe ich durch die wirklich sinnlosesten kleinen Dinge, die man sich vorstellen kann. Als ich mich nicht bewegen konnte, an ein Bett gefesselt war, nur flach daliegen und quasi an die Decke starren, waren Podcasts und Hörbücher das Einzige, was ging, um irgendwie der Realität zu entfliehen. Als ich mich dann etwas (innerhalb des Bettes) bewegen konnte, alle möglichen kleinen Spiele am Handy. Und auch der Krankenhaus Alltag und in der Reha bringt dann irgendwann eine kleine Tagesroutine rein, Arztbesuche, Visiten, Untersuchungen, Anwendungen... Irgendwie vergeht dann die Zeit. Ich wünschte, es gäbe irgendwie einen Trick oder Tipp, der Alles einfacher machen könnte, den ich dir geben kann.... Leider habe ich den nicht. Ich finde es sehr stark, dass du mit uns darüber sprichst, nicht allein damit bleibst. Und mir bist du damit nicht zu viel.
Ich wünsche dir einen Tag, der so gut wie möglich wird.
Alles Liebe
Girl
Liebe Feline,
es ist noch viel zu tun in dieser Gesellschaft bis helfen und helfen lassen, unterstützen und unterstützt werden ganz normal in den Alltag gehören.
Jeder kann in die Situation kommen, dass Dinge, die ganz normal waren, nicht mehr normal sind. Nicht mehr laufen, stehen, sehen und hören können.....schon immer Unterstützung brauchen oder plötzlich.
Es ist sicher ein Mehraufwand, aber wieviel Freude schafft man, wenn man hilft, empathisch ist und wie schön ist es, teilhaben zu können, weil zum Glück viele Menschen so hilfsbereit sind. Es ist ein Geben und Nehmen und es ist normal, sollte es zumindest sein..
Ich wünsche dir, dass du Hilfe erlebst, die dir angenehm ist, die du annehmen kannst.
bke-Claudia
Liebe Girl,
danke für deine Antwort. :) Und auch danke, dass du das verstehst. Diese vielen Sprüche finde ich auch immer sehr anstrengend. Und ja, es ist bestimmt immer auch was Wahres dran, aber ich fühle mich oft nicht ernst genommen, wenn ich so etwas höre. Aber ich glaube, dass es auch für manche „Helfer“ schwer ist alles mit einem auszuhalten oder mit manchen Dingen umzugehen. Wenn ich diese dunklen Gedanken so stark habe, dann gibt es kaum jemanden, der die mit mir aushält oder der ihnen Raum gibt. Manchmal habe ich das Gefühl, dass andere das überfordert oder sie vielleicht Angst haben, dass diese Themen zu groß werden. Aber ich finde, dass sie nur noch größer werden, wenn man spürt, dass sie nicht sein dürfen, zu viel sind oder das gegenüber die nicht hören will. Klar ist es auch wichtig Positives zu sehen und auch mal auf das zu schauen, was gut klappt, aber nicht in diesen ganz dunklen Momenten.
Bei mir wird es ähnlich werden. Die OP ist leider notwendig. Es gibt keine andere Möglichkeit diese Schäden zu beheben. Jetzt gibt es noch weitere Untersuchungen, um das genaue Ausmaß festzustellen. Das allein ist mir ja eigentlich schon zu viel. Diese vielen Untersuchungen. Aber das ist gar nichts im Vergleich zu dem, was kommen wird. Ich muss auch erst einige Zeit im Krankenhaus bleiben, dann auf Reha und danach bin ich trotzdem noch ein Pflegefall für einige Wochen. Ich habe hier ja auch niemanden. Ich habe eine Betreuerin, aber sie ist ja keine Pflegerin. Ich habe echt sehr große Angst davor, wie das wird. Danke, dass du so ehrlich gesagt hast, dass das nicht weniger schlimm ist, als ich es mir vorstelle. Ich glaube das nämlich auch und jeder, der sagt, dass das schon nicht so schlimm werden wird. Ich glaube, der weiß gar nicht, was das alles bedeutet. Warst du nach der Reha auch noch viel auf Hilfe angewiesen? Wie hast du das geschafft? (Musst du nicht beantworten)
Ich habe schon die Hoffnung, dass es danach besser wird. Dass ich dann irgendwann laufen kann ohne Schmerzen. Dass ich wieder den Weg zur Schule gehen kann und solche Dinge. Ein Jahr später muss dann noch eine Operation gemacht werden, aber die ist dann wohl weniger schlimm.
Danke Girl, für deine Worte!
Liebe Betty,
auch dir danke für deine Worte. Und die flauschige Belle auf den Füßen habe ich gespürt. Das hat mir sehr geholfen. :)
Ein paar Tage konnte ich das alles jetzt ein bisschen verdrängen. Ich habe aber viel über deine Frage nachgedacht.
Es gibt schon ein paar einzelne Personen, wenn die einen Großteil der Gesellschaft ausmachen würden, dann würde ich mich vielleicht trotzdem nicht passend, aber zumindest auch nicht unpassend fühlen. Es gibt so viele starre Regeln und vor allem hier in der Region, in der ich lebe, gilt so das Motto: „Das war schon immer so, so wird es bleiben“ Ich spüre sehr oft, dass das erstens nicht meine Einstellung ist und dass die zweitens für Menschen, die anders sind oder Einschränkungen haben, egal ob körperlich oder seelisch, nicht passt. Es wäre oft leichter, wenn Hilfsangebote, Schulen, Vorschriften, usw. flexibler wären. Natürlich nicht zum Nachteil anderer, sondern eher zum Vorteil aller. Auch wenn ich denke, dass du solche Tipps gar nicht brauchst, weil jemand, der anderen das Gefühl gibt nicht in die Gesellschaft zu passen, würde so etwas nicht fragen. Die anderen Menschen sind das Problem. Ich spüre, dass ich nirgendwo dazu passe. Ich spüre aber auch, wenn immer wieder jemand für mich die Regeln flexibler gestaltet. Einerseits wünsche ich mir das, weil ich dann manche Dinge mitmachen kann oder weil es erst dann wirklich passt. Aber ich merke, dass ich überall Ausnahmen brauche, dass ich überall Mehraufwand bin und eigentlich will ich das nicht sein und ich will auch das Gefühl nicht haben, dass ich das bin. Es gibt eigentlich kaum einen Bereich in meinem Leben, wo nicht vorher irgendetwas dafür organisiert werden muss, dass ich da auch teilhaben kann. Und wenn es nur eine Kleinigkeit ist, dass ein Stuhl extra für mich in den Raum gebracht wird. Natürlich ist das total nett und ich bin dankbar dafür, weil es mir hilft, aber selbst das ist wieder Mehraufwand für andere. Schule, Therapie, Betreuung, usw. Überall bin ich Mehraufwand und das habe ich sogar schriftlich. Sogar bei dem Arztbesuch vor zwei Wochen, wurden wegen mir Dinge angepasst. Ich habe extra darum gebeten und das kostet mich viel Überwindung. Versteh mich nicht falsch. Ich bin sehr dankbar dafür, wenn sich dann jemand die Mühe macht und das berücksichtig (das macht nicht jeder), aber es tut mir auch irgendwie weh, weil ich viel lieber in das System passen würde, wie die meisten anderen Menschen auch. Ich fühle mich einfach schlecht, weil wegen mir immer andere mehr Umstände haben und das tut mir leid. Manchmal ist das so, als würde man vor einer Abzweigung stehen. Ich habe Schwierigkeiten beim Laufen. Es gibt zwei Wege und beide führen zum Ziel. Der eine geht gerade und ist geteert, der andere holprig, kurvig und gefühlt 10 km weiter. Aber der kurze Weg ist gesperrt, obwohl ich nichts kaputtmachen würde, wenn ich dort laufen würde. Es ist nur gesperrt, weil es die Regel ist oder das Gesetz ist. Den weiten Weg schaffe ich nicht, deswegen bleibe ich dann daheim. Ist vielleicht ein blödes Beispiel. Es ist einfach auch immer anstrengend, wenn ich da dann kämpfen oder fragen müsste, ob ich nicht doch ausnahmsweise den kurzen Weg gehen dürfte. Mir ist das auch oft unangenehm und in dem Fall, würde ich dann tatsächlich lieber daheimbleiben.
Sorry, dass ich da jetzt so viel geschrieben habe.
Liebe Grüße (auch an Belle)
Feline
Liebe Feline,
Deine Nachricht hat mich sehr berührt, vieles von dem was du schreibst kenne ich nur zu gut selbst, die vielen Zweifel, die Angst vor den Einschränkungen, dem auf Hilfe angewiesen sein, der Nähe. Und die immer wiederkehrenden Fragen nach dem "Warum". Es gibt so viele, in meinen Augen, Floskeln, die in solchen Situationen oft Anwendung finden... Die schwersten Wege führen uns zu den größten Zielen - die größten Prüfungen bekommen nur die stärksten Kämpfer - nur wer die Dunkelheit kennt, weiß das Licht zu schätzen... Die Liste ist fast endlos. Und vielleicht ist da auch immer etwas Wahres dran, das mag sein, aber nichts davon gibt einer schon schweren Situation, die noch schwerer wird, Fairness. Es gibt Schicksale, da kann man noch so sehr schön drumherum reden und auf die positive Zukunft verweisen, sie bleiben unfair, schwer und es ist kaum aushaltbar. Und trotzdem stehst du an diesem Punkt und musst es irgendwie aushalten, ob du dir das wünscht oder nicht. Und das tut mir unendlich leid. Letztes Jahr im Sommer stand ich in einer ähnlichen Situation. Eine unausweichliche OP, wochenlang Krankenhaus und Reha, auf die Pflege und Hilfe anderer angewiesen sein, ich konnte nicht aufstehen, nichts mehr alleine, mich nur mühsam nach und nach wieder bewegen. Dagegen entscheiden stand medizinisch nicht zur Wahl. Meine Panik vor Nähe und Berührung, meine Angst vor Kontrollverlust, mein Scham, Hilfe zu brauchen... All das hat es nicht gerade einfacher gemacht. Gerne würde ich dir schreiben, dass es einfacher ist, als man es sich vorab ausmalt, dass die Situation, die Schmerzen und Medikamente dazu führen werden, dass diese Gefühle nicht so stark sind. Vielleicht trifft das auf manche zu, bei mir war es nicht so. Ich möchte dir damit nicht noch mehr Mut nehmen oder mehr Angst machen, aber ich möchte auch nicht lügen. Es wird wahrscheinlich langwierig, hart und schmerzhaft. Das ahnst oder weißt du sicher schon selbst. Aber egal, wie unaushaltbar es sich anfühlt, wie wenig man sich vorstellen kann, dass diese Zeit wieder enden wird, sie wird vorbei gehen. Hättest du mich vor einem Jahr gefragt, ob ich das überstehen kann, hätte ich dir voller Überzeugung mit Nein geantwortet. Und doch ist sie vorbei... Und ich noch da. Wenn ich könnte, würde ich dir die Ängste, Zweifel und Schmerzen gerne nehmen, das kann ich leider nicht, aber du darfst dich darauf verlassen, dass du hier immer jemanden finden wirst, in mir, den anderen Usern, den Mods, der dich begleiten möchte und wird. Wenn du es möchtest, können wir dich durch die Zeit begleiten, Zuhörer und Gesprächspartner sein, Besuch und Ablenkung, das, was du brauchst. Und für mich brauchst du nichts schön reden, wo es nichts schön zu reden gibt. Ob es danach schöner, einfacher und besser wird? Ich weiß es nicht. Aber das finden wir nur heraus, wenn wir ein "danach" zulassen. Ich hoffe es war für dich okay, dass ich mich auch zu Wort gemeldet habe.
Alles Liebe
Girl
Liebe Feline,
es tut mir so leid zu lesen, was aktuell bei dir los ist. Dass es aktuell schwer ist, das Positive zu sehen, ist verständlich. Ich schicke dir viel Wärme und Licht, in der Hoffnung, dass die Perspektiven morgen vielleicht ein bisschen anders sind. und wenn es nur ein kleines bisschen ist. Vielleicht kannst du morgen schon die vielen Dinge sehen, die dir gelingen. Hier wertvolle Texte zu schreiben, zum Beispiel. Musik hören und mich inspirieren zum Beispiel :) Belle füttern, zum Beispiel :)
Als du geschrieben hast, dass du nicht in die Gesellschaft passt, musste ich mich ärgern. Nicht über dich, sondern über die Gesellschaft. Ich als Teil der Gesellschaft möchte, dass du dich passend fühlst... hast du einen Tipp für mich?
Feline, vielleicht ist heute Abend Zeit zum traurig sein, und ich freue mich über dein Vertrauen in uns, dass du es hier mit uns teilst und wir bei dir sein dürfen!
Belle legt sich eine Runde auf deine Füße, merkst du?
Flauschige Grüße
Hey zusammen,
auch, wenn es schon ein bisschen her ist und viele, die hier geantwortet haben gar nicht mehr da sind, möchte ich trotzdem noch danke sagen fürs zurück begrüßen.
Zurzeit ist alles ziemlich schwer. Ich gehe schon seit fünf Wochen nicht mehr zur Schule. Mir geht es psychisch sehr schlecht, aber körperlich auch. Ich war auch darauf vorbereitet, dass ich wohl operiert werden muss, aber gestern habe ich erfahren, wie diese Operation dann aussehen wird und ich bin wirklich geschockt. Ich möchte das nicht genau beschreiben, weil das vielleicht nicht jeder so gut hören kann. Es wird nach dieser Operation sehr lange dauern, bis ich wieder alleine klarkomme. Ich kann danach fast nichts mehr alleine machen. Nur noch liegen und warten. Der Arzt hat gesagt, dass viel Kontrollverlust, Schmerzen und eine sehr harte Zeit auf mich zukommen werden. Ich weiß nicht, wie ich das überstehen soll. Ich habe jetzt schon so viele Einschränkungen, chronische Erkrankungen, usw. Warum hört das nicht auf und warum kommen immer noch mehr Dinge dazu? Und warum so schwerwiegende? Gefühlt gibt es in meinem Körper gar nichts, was normal funktioniert. Es war mir sowieso schon alles zu viel in den letzten Monaten. Es hört einfach nicht auf schlimm zu sein. Ich konnte die letzten 8 Monate noch nicht einmal verarbeiten und schon kommt wieder etwas Neues. Ich möchte einfach laufen können, wie so viele andere Menschen auch. Ich möchte rausgehen können, spazieren, ganz normale Sachen machen. Aber gefühlt schon immer macht mein Körper einfach nicht mit. Ich will mich eigentlich nicht selbst beleidigen, aber ich fühle mich wie eine einzige Fehlbildung. Nichts, aber auch gar nichts stimmt mit mir. Und es frustriert mich so, weil ich mir so Mühe gebe, dass es besser wird. Ich habe einfach keine Kraft mehr für dieses Leben und für diesen Körper. Ich weiß nicht, warum ich nicht aufgeben darf. Wieso akzeptieren die Ärzte und Therapeuten nicht, dass ich nicht zum Leben geschaffen bin. Ich passe in diese Gesellschaft nicht rein, schaffe nicht mal die Schule. Ich finde meinen Weg nicht und wenn der nur aus Krankheiten, Operationen und Gewalt besteht, dann will ich diesen Weg, dieses Leben nicht haben. Keine dieser Krankheiten, Fehlbildungen, Einschränkungen lässt mich früher sterben, aber alle davon rauben mir mein Leben. Wie soll ich damit klarkommen? Wie? Ich will diese Operation nicht, ich will kein Pflegefall sein, ich will nicht, dass mir die Menschen so nahekommen. Ich will nicht auf Hilfe angewiesen sein. Ich will Kontrolle über das, was mit mir und meinem Körper passiert. Und genau das Gegenteil wird passieren. Wie soll ich das jetzt auch noch aushalten? Wieso darf ich nicht einfach gehen?
Tut mir leid für all die dunklen Gedanken. Ich weiß zurzeit nicht mehr, wie ich die noch alle aushalten kann.
Feline